18 Quadratmeter groß, 24 Stunden geöffnet und rund 500 Produkte im Sortiment – Anfang der Woche eröffnete Migros in der kleinen Schweizer Gemeinde Grenchen im Kanton Solothurn seine erste vollautomatisierte Mini-Filiale, den „Voi Cube“. In dem Container finden Kunden rund um die Uhr das Nötigste für den Alltag. Wer darin shoppen will, muss sich eine App herunterladen, die über einen QR-Code den Zutritt zum Laden regelt. Im Inneren scannt der Kunde die Waren dann ebenfalls mit dem eigenen Smartphone, bezahlt wird allerdings ausschließlich an einer Selbstbedienungskasse neben der Tür.
Das Sortiment besteht aus Lebensmitteln, darunter auch Frischwaren, sowie Drogerieprodukten. Alkohol und Tabakwaren gibt es nicht. Beliefert wird der Cube-Container aus der Voi-Filiale direkt nebenan. Der Cube wirkt selbst für eine Mini-Filiale nochmal deutlich minimalistischer als der Teo-Markt von Migros-Tochter Tegut. Der bietet etwa doppelt so viele Artikel auf rund 50qm an und wartet zudem mit vielen Extras wie Ruhebank oder Büchertausch-Regal auf. Und auch Platz für Digital Signage, die im Cube nicht mehr untergekommen ist.
Digitaler Selbstbedienungsladen: Tegut testet urbane Mini-Filiale „teo“
Das Prinzip hinter den Mini-Shops bleibt allerdings gleich: den Kunden 24/7 flexibles Einkaufen To-Go ermöglichen. „Wir hören immer wieder den Wunsch nach flexibleren Öffnungszeiten“, erklärt Sara Hinske, Projektleiterin bei der Genossenschaft Migros Aare, gegenüber dem SRF. „Mit diesem Laden wollen wir testen, ob die Leute so ein Angebot auch wirklich nutzen.“
Orientiert sich Migros an Tegut, könnten die Container nicht nur eine Ergänzung der Filialen sein, sondern später auch abseits von bestehenden Supermärkten platziert werden, um das bestehende Filialnetz zu erweitern. Zeigt sich das Pilotprojekt erfolgreich, will Migros weitere Cubes ausrollen. Zumindest am ersten Tag war das Interesse am neuen Konzept groß, schreibt SRF – es standen aber wohl hauptsächlich Journalisten vor dem Container und noch kaum Kunden.