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IBM übernimmt McDonalds Tech Labs

McDonalds verkauft seine Innovations- und Spracherkennungs-Tech-Schmiede an den Entwicklungspartner IBM. Die weltweit größte Restaurantkette Chicago hatte McD Tech Labs nach der Übernahme des Voice-Anbieters Aprete gegründet und erste Restaurants mit der inhouse-Lösung ausgestattet.
McDonalds Drive Thru Lösungen von Acrlec und LG (Fotos: Acrlec, Unsplash)
McDonalds Drive Thru Lösungen von Acrlec und LG (Fotos: Acrlec, Unsplash)

Auch in absehbarer Zukunft wird der Großteil der Bestellungen noch über Digital Signage Touchscreens im Restaurant erfolgen oder im DriveThru von Mitarbeitern aufgenommen. Perspektiv glaubt McDonalds aber an die automatische Bestellannahme (Automated Order Taking – AOT). Dazu hatte das Unternehmen das Startup Aprete übernommen und ein dediziertes TechLab gegründet.

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Erst Pilotversuche in 10 Restaurants in Chicago zeigen das die Technologie grundsätzlich funktioniert. Acht von Zehn Bestellungen nimmt AOT fehlerfrei ohne Einwirkung von Mitarbeitern auf. Aber bis zu einem großen Rollout der Technologie wird es noch einige Jahre dauern.

IBM wird mit der Übernahme von McD Tech Labs die Entwicklung und den Einsatz der automatischen Bestellannahme (AOT) weiter beschleunigen.  Im Rahmen der Vereinbarung wird IBM die McD Tech Labs übernehmen. Als Teil des strategischen Wachstumsplans von McDonald’s, „Accelerating the Arches“, setzt das Unternehmen auf Innovationen in den Bereichen Digital, Delivery und Drive Thru.

Die Entwicklung und Erprobung der AOT-Technologie in den Restaurants von McDonald’s hat im Pilotbetrieb erhebliche Vorteile für die Kunden und das Restaurantpersonal gezeigt. In Zukunft soll die Expertise von IBM bei der Entwicklung von Kundenbetreuungslösungen mit AI und natürlicher Sprachverarbeitung dazu beitragen, die AOT-Technologie in verschiedenen Märkten zu skalieren und die Integration zusätzlicher Sprachen, Dialekte und Menüvariationen zu bewältigen.

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Die Übernahme von McD Tech Labs wird die bestehenden Arbeiten von IBM zur Entwicklung und Bereitstellung von AI-gesteuerten Lösungen für die Kundenbetreuung mit IBM Watson ergänzen. Unternehmen aus allen Branchen, von Finanzdienstleistungen und Gesundheitswesen bis hin zu Telekommunikation und Einzelhandel, nutzen Watson, um ihre Geschäftsergebnisse zu verbessern.

AOT wird weiterhin in das hochsichere Technologie-Ökosystem von McDonald’s integriert werden. Alle IBM-Geschäftsbeziehungen sind an die ethische, verantwortungsvolle Weiterentwicklung der Technologie gebunden. IBM und McDonald’s verpflichten sich beide, KI verantwortungsvoll einzusetzen, indem sie ethische Grundsätze in KI-Anwendungen und -Prozesse einbetten, um Systeme zu schaffen, die auf Vertrauen und Transparenz basieren.

Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt der behördlichen Genehmigungen und anderer üblicher Abschlussbedingungen. Sie wird voraussichtlich im Dezember 2021 abgeschlossen. Nach Abschluss der Transaktion wird das Team von McD Tech Labs Teil des Geschäftsbereichs IBM Cloud & Cognitive Software werden.

invidis Kommentar

„Make or Buy“ ist eine der klassischen Strategieentscheidungen die Konzerne regelmäßig treffen müssen. Was auf den erst Blick nach einem Scheitern von McDonalds aussieht macht durchaus Sinn. Voice Recognition und AI sind hochkomplexe Themen die nicht nur technische sondern auch viele gesellschaftliche und kulturelle Herausforderungen mit sich bringt. IBM kann die Entwicklung sicherlich besser über verschiedene Branchen und Kunden skalieren.

Wer mehr zum Thema erfahren möchte, den empfehlen wir den Artikel von Peter Schmipl der mehr als 10 Jahre als CIO bei McDonalds tätig war.

AOT bringt großes Potential für den DriveThru-Betrieb, der von 80% der Amerikaner genutzt wird. In Europa ist es bisher genau andersherum. Nur zwei von zehn Gästen nutzen den DriveThru. Für klassische Digital Poster Use Cases (Menüboards im DriveThru und im Restaurant) ist AOT kein Ersatz. Somit werden Digital Signage Anbieter wie Stratacache (US), Acrlec (FR), Coates (AUS),  VisualArt (SE) und die vielen regionalen Dienstleister noch viele Displays, Mediaplayer und Software-Lizenzen in die QSR-Branche verkaufen.