Audi Charging Hub

Städtisches Schnellladekonzept mit Signage

„Tankstellen“ für Elektrofahrzeuge werden anders aussehen. Einen Blick in die Zukunft gibt das Pilotprojekt Audi Charging Hub in Nürnberg mit reservierbare Schnellladepunkten und einer Lounge während der Ladedauer. Mit dabei Digital Signage in neuer Rolle.
Audi Charging Hub in Nürnberg (Foto: Audi)
Audi Charging Hub in Nürnberg (Foto: Audi)

Mit der stetig wachsenden Zahl vollelektrischer Autos steigen die Anforderungen an die Ladeinfrastruktur. Am Messegelände in Nürnberg nahm vor Weihnachten der erste Audi Charging Hub seinen Betrieb auf. Schnellladeparks an Autobahnen und in Gewerbegebieten wie sie u.a von ENBW oder Tesla betrieben werden sind heute schon recht häufig anzutreffen. Hier ist die Anbindung an hochperformante Stromnetze viel einfacher als in Innenstädten.

Für High-Power-Charging Ladeplätzen in Innenstädte bedarf es neuer Konzepte. Sowie technisch – Zwischenspeicherung über Batteriepacks – als auch in Bezug auf Customer Experience.

Audi testet in Nürnberg eine moderne Schnellladestation mit reservierbaren High-Power-Charging-Ladeplätzen, die sich an E-Auto-Besitzer richtet, denen zuhause keine Lademöglichkeit zur Verfügung steht. Darüber hinaus soll der Audi charging hub perspektivisch Spitzennachfragen beim Laden im urbanen Umfeld bedienen. Ein angeschlossener Loungebereich sorgt für ein premiumgerechtes Ladeerlebnis.

Mit dem Pilotstandort erprobt Audi sein neues Ladekonzept erstmals in der Praxis. „Damit wollen wir eine flexible und premiumgerechte Schnellladeinfrastruktur im städtischen Raum testen“, sagt Ralph Hollmig, Projektleiter für den Audi charging hub. „Wir gehen dorthin, wo unsere Kunden nicht unbedingt morgens mit einem vollgeladenen E-Auto aufwachen, und denken gleichzeitig an den zukünftig steigenden Ladebedarf.“

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Autarke und kostengünstige Ladeinfrastruktur

Als Basis für den Audi charging hub dienen sogenannte Cubes. Die flexiblen Containerwürfel lassen sich in wenigen Tagen auf bestehenden Flächen auf- und wieder abbauen. Die Cubes bieten je Einheit zwei Schnellladepunkte und lassen sich in unterschiedlichen Konstellationen kombinieren. Als Stromspeicher fungieren gebrauchte und aufbereitete Lithium-Ionen-Batterien – sogenannte Second-Life-Batterien, die aus zerlegten Entwicklungsfahrzeugen stammen. Das spart Kosten und Ressourcen. Eine aufwändige Infrastruktur mit Hochspannungszuleitung und teuren Transformatoren ist damit genauso überflüssig wie zeitraubende Planungsverfahren. Der Audi charging hub bringt Schnellladeinfrastruktur über die Batteriespeicherlösung dorthin, wo das Stromnetz dafür nicht ausreicht.

Dank des rund 2,45 MWh großen Zwischenspeichers benötigen die Ladepunkte in Nürnberg lediglich einen 200-kW-Grünstrom-Anschluss an das ohnehin verfügbare Niederspannungsnetz, das für den Betrieb des Audi charging hub völlig ausreicht. Die 200 kW genügen, um die Speichermodule kontinuierlich zu füllen. Photovoltaikmodule auf dem Dach liefern zusätzlich bis zu 30 kW grüne Energie. An den sechs Ladepunkten können Elektroautos mit bis zu 320 kW Leistung laden.

Insgesamt lassen sich hier pro Tag rund 80 Fahrzeuge laden, ohne dass dabei die Kapazität des Stromspeichers zusammen mit der 200-kW-Anschlussleistung des Hubs an ihre Grenzen kommt. Neuste Elektrofahrzeuge mit einer 800 Volt Architektur – wie der Audi e-tron GT – können damit in gut fünf Minuten Energie für bis zu 100 Kilometer Strecke nachladen. Eine Ladung von fünf auf 80 Prozent dauert rund 23 Minuten. Der Audi charging hub in Nürnberg ist ein offener Ladestandort. Auch der Eingangsbereich ist für Fahrer anderer Fabrikate zugänglich.

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Attraktive Serviceangebote werten Ladedauer auf

Im Fokus der in Nürnberg startenden Erprobung stehen die neue Reservierungsfunktion, die Erwartungen der Kunden an ein Premiumladeerlebnis sowie technische Aspekte wie die Anforderungen an moderne Batteriespeicher. Zudem will Audi herausfinden, zu welchen Tageszeiten die Anlage besonders frequentiert wird. Ziel ist es, den Audi charging hub mit entsprechendem Mehrwert für die Kunden zu etablieren. Zu diesem Zweck bietet Audi vor Ort über das Laden von E-Autos hinaus weitere Services an: eine Tauschstation für E-Fahrrad-Akkus, einen Leihservice für E-Scooter, Infos zu diversen Audi Produkten sowie Probefahrten. Zudem bietet Audi einen Just-in-time-Lieferservice für Lebensmittel und eine hochwertige Automatengastronomie sowie mobile Autopflege.

 

Servicepersonal kümmert sich um Kunden

In der rund 200 Quadratmeter großen barrierefreien Lounge, zu der auch eine 40 Quadratmeter große Terrasse über den Cubes gehört, können Nutzer arbeiten und entspannen. Auf einem 98 Zoll großen Digital Signage Screen lassen sich Audi Modelle konfigurieren oder Informationen über die Funktionsweise des Audi charging hub sowie die aktuellen Ladezustände der Autos abrufen. Während des Pilotprojekts in Nürnberg kümmert sich zwischen 10 und 19 Uhr Mitarbeiter um die Wünsche der Nutzer. Ladepunkte und Lounge sind rund um die Uhr verfügbar.