Starbucks

Aufladen und Entspannen

Viele Einzelhändler und Gastronomie-Betriebe haben schon mit dem Gedanken gespielt, ob Ladestellen für Elektrofahrzeuge den Umsatz steigern könnten - ob während des Wocheneinkauf vor dem Supermarkt oder vor dem Essen im Restaurant. Starbucks investiert nun - analog zu McDonalds - in eine Schnellladeinfrastruktur.
Starbucks setzt auf Schnelllader (Foto: Starbucks)
Starbucks setzt auf Schnelllader (Foto: Starbucks)

Der Marktanteil an Elektrofahrzeuge nimmt rapide zu – nicht nur getrieben vom gegenwärtigen Allzeithoch bei den Benzinpreisen.  Und ein sinnvoller Ladevorgang an einer Schnellladesäule dauert realistisch  rund eine halbe Stunde, weitaus länger als ein Tankvorgang. Eine Aufenthaltsdauer die Fahrer ungern im Fahrzeug warten. QSR-Anbieter haben die neuen Bedürfnisse für sich erkannt und errichten im großen Stil mit Partnern ein Schnelladenetz an ihren Restaurants.

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McDonalds kooperiert an den selbstbetriebenen Restaurants in Deutschland auf EWE, die hunderte von Schnellladesäulen installiert haben. Ein großer Vorteil von Schnelllade-Gäste: sie bleiben länger im Restaurant und konsumieren mehr.

Neben höherer Frequenz erhofft sich Starbucks mit einem ähnlichen Programm noch weitere Vorteile: die Nordamerikaner lieben den Drive-Thru. Acht von zehn Gäste verlassen ihr Fahrzeug nicht wenn sie bei Starbucks, McDonalds oder Burger King bestellen. So investieren die QSR-Giganten große Summen in Outdoor Digital Signage und AI-Optimierung um den Service und den Durchschnittsbon zu erhöhen. Schnellladegäste dagegen verlassen in der Regel ihr Fahrzeug und bestellen im Restaurant – mit der Chance auf eine Nachbestellung und zusätzliche Umsätze.

Starbucks verkündete nun ein neues Pilotprogramm mit Volvo Cars und dem Ladeinfrastrukturbetreiber ChargePoint zur Elektrifizierung der Fahrstrecke von den Colorado Rockies zum Starbucks Hauptverwaltung in Seattle. Bis Ende 2022 werden 60 Schnellladepunkte an bis zu 15 Starbucks-Filialen entlang einer 2,200km langen Strecke von der Gegend um Denver bis zum Hauptsitz des Kaffeeunternehmens in Seattle in Betrieb genommen. Diese Gleichstrom-Schnellladesäulen – eine sechsstellige Investition pro Standort – werden etwa alle 150km vor Starbucks-Cafes aufgestellt. Insbesondere auf dem flachen Land außerhalb der großen Metropolen ist die Versorgung mit Schnellladepunkte nicht nur in Nordamerika noch recht dürftig.

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Der Vorteil für Konsumenten ist nicht nur die Versorgung mit Ladepunkten, sondern die hohe Aufenthaltsqualität gut ausgeleuchteter und sicherer Ladeorte. Während die Autos der Kunden draußen aufgeladen werden, können sich die Fahrer drinnen bei ihrem Lieblingsgetränk von Starbucks entspannen. Die Aufenthaltsqualität und der Service an Ladesäulen ist bisher eine große Herausforderung. Selbst größere Ladeparks – wie sie auch EnBW nahe von Autobahnausfahrten in Deutschland betreibt – sind im Winter und bei Regen kein wirklicher Ort der Gastfreundschaft.

Der Ausbau der Schnellladeinfrastuktur bietet nicht nur für QSR-Ketten und Einzelhändler viel Potential, auch für die Digital Signage und DooH-Netzwerkbetreiber sind die Standorte zunehmen interessant. Weniger die Integration von Screens in Schnellladesäulen – die während des Ladevorgangs meistens vom Fahrer nicht einsehbar sind oder deren Sichtbereich vom Fahrzeug verstellt ist – sondern Displays im Umfeld der Ladeparks.