Green Signage

Spaniens Stores bleiben nachts dunkel

Am Tag High-Brightness und nachts pechschwarz – die Energiekrise bringt große Veränderungen in den öffentlichen Raum. Spanien ist eines der ersten EU-Länder mit strikten Vorgaben: Ab 22 Uhr müssen Schaufensterbeleuchtungen abgeschaltet werden inklusive der Digital Signage-Displays. Andere Länder planen ähnliche Regelungen.
LED-Torbogen im Eingangsbereich des Nike Stores Barcelona (Foto: invidis)
LED-Torbogen im Eingangsbereich des Nike Stores Barcelona (Foto: invidis)

Spanische Büros, Stores, Restaurants bis hin  zu Flughäfen dürfen ab sofort ihre Klimaanlagen im Sommer nicht mehr auf unter 27 Grad Celsius einstellen und die Heizung im Winter nicht mehr auf über 19 Grad Celsius anheben. So hat es am Montag dieser Woche die spanische Regierung verabschiedet (siehe ElPais). Auch müssen automatische Schiebetüren und Tore für bessere thermische Trennung ab sofort immer geschlossen bleiben.

Für die Digital Signage- und DooH-Branche am meisten relevant sind die neuen Vorgaben für den Betrieb der Schaufensterbeleuchtung. Ab 22 Uhr müssen alle Schaufenster dunkel sein, das gilt für Beleuchtung ebenso wie für Digital Signage-Screens. Die öffentliche Straßenbeleuchtung ist davon allerdings nicht betroffen.

Betreiber der betroffenen Gebäude haben eine Woche Zeit, um ihre Temperatur zu ändern und den Zeitplan für die Abschaltung anzupassen – nicht nur die Schaufenster, sondern auch die Beleuchtung in öffentlichen Gebäuden. Das automatische Türschließsystem muss bis zum 30. September fertig sein.

Bleibt bald auch DooH dunkel?

Über Einschränkungen im Betrieb von DooH-Werbeflächen in Spaniens Städten ist bisher noch nichts bekannt. Doch es erscheint plausibel, das auch DooH-Displays und LED-Screens ab 22 Uhr abgeschaltet werden müssen. Die neuen Regeln gelten erstmal bis November 2023 und sollen dazu beitragen, den Gasverbrauch um 7 Prozent zu senken (für die DACH-Region liegt die Vorgabe bei -15 Prozent) , um die Abhängigkeit von russischem Gas zu verringern.

invidis Kommentar

Die spanischen Regeln werden in ähnlicher Form auch in anderen EU-Ländern notwendig sein. Da in Deutschland, Österreich und der Schweiz die meisten Geschäfte bereits um 20 Uhr schließen, sollten sich wirtschaftliche Einbußen in Grenzen halten. Bei Quick Service-Restaurants und DooH könnte ein „Sendeschluss“ um 22 Uhr allerdings durchaus zu finanziellen Einbußen führen.