Green Retail

Gründer macht Patagonia zur Klima-Stiftung

Die Outdoorkleidungs-Marke Patagonia überführt sämtliche Anteile in eine Stiftung für den Klimaschutz. Was der Schritt für die Digital Signage-Industrie bedeutet.
Patagonia-Gründer Yvon Chouinard übergibt sämtliche Anteile an eine Klima-Stiftung. (Foto: Campbell Brewer)
Patagonia-Gründer Yvon Chouinard übergibt sämtliche Anteile an eine Klima-Stiftung. (Foto: Campbell Brewer)

Patagonia hat eine Hersteller von Outdoor-Bekleidung, hat eine neue Eigentümerstruktur: „Die Erde ist ab sofort unsere einzige Anteilseignerin:“ Mit diesem Motto gab das Unternehmen die Überführung seiner Unternehmensanteile in eine Klimastiftung bekannt.

Für Patagonia war Nachhaltigkeit und Klimaschutz immer schon ein wichtiger Bestandteil der Unternehmenswerte. Beispielsweise wandelte das Unternehmen im vergangenen Jahr sämtliche Einnahmen aus dem Black Friday in eine Klimaspende um.

In einem offenen Brief erklärte der Gründer und bisherige Inhaber Yvon Chouinard seine Beweggründe für den Schritt: „Es ist fast 50 Jahre her, dass wir unser Experiment des verantwortungsvollen Wirtschaftens begonnen haben, und wir stehen erst am Anfang. Wenn wir in den nächsten 50 Jahren auch nur die geringste Hoffnung auf einen lebenswerten Planeten – geschweige denn auf ein prosperierendes Unternehmen – haben wollen, müssen wir alles tun, was wir mit den uns zur Verfügung stehenden Ressourcen können.“

Die üblichen Optionen für den nächsten Schritt – Verkauf oder Börsengang – kamen für Yvon Chouinard nicht in Frage. Zu groß sei das Risiko, dass die Unternehmenswerte verloren gingen. Stattdessen will Patagonia mit der Struktur beweisen, dass auch ein kapitalistisches Unternehmen für die Umwelt arbeiten kann.

Wie funktioniert die Patagonia-Stiftung?

Die Chouinard-Familie hat sämtliche Anteile von Patagonien an zwei neu gegründete Organisationen übertragen: 100 Prozent der stimmberechtigten Anteile des Unternehmens gehen an den Patagonia Purpose Trust – das macht ungefähr zwei Prozent aller Anteile aus. Dessen Boardmitglieder sollen dafür sorgen, dass die Werte des Unternehmens eingehalten wird und dass das Geschäftsziel ausschließlich auf Klima- und Umweltschutz ausgerichtet ist.

Sämtliche nicht stimmberechtigten Anteile – rund 98 Prozent – gehen an das Holdfast Collective, eine gemeinnützige Organisation zur Bekämpfung der Umwelt- und Klimakrise. Die Mittel dafür kommen von Patagonia: Jedes Jahr wird der gesamte Gewinn abzüglich der Reinvestitionen – als Dividende an das Holdfast Collective ausgeschüttet.

Das Unternehmen schätzt, dass die jährliche Dividende bei rund 100 Millionen US-Dollar liegt, je nach wirtschaftlicher Lage des Unternehmens.

An der personellen Führung des Unternehmens ändert sich nichts. Ryan Gellert bleibt CEO. Die Familie Chouinard wird weiterhin im Vorstand von Patagonia sitzen. Sie wird auch den Hauptaktionär des Unternehmens, den Patagonia Purpose Trust, leiten, der den Vorstand von Patagonia wählt und beaufsichtigt.

invidis Kommentar: Die wahre Business-Zeitenwende

Unter dem Schlagwort Green Signage wiesen wir bereits im invidis Jahrbuch 2021 darauf hin: Das Umweltbewusstsein bei Unternehmen wächst, es werden immer höhere Erwartungen an umweltschonende und energiesparende Lösungen gestellt. Das gilt auch für Digital Signage-Rollouts.

Green Signage: Nachhaltigkeit wird Pflicht

In den vergangenen Monaten haben die Ereignisse in Sachen Klimawandel und Energiekrise auf vielen Ebenen eine dramatische Dynamik erhalten – von Wetterkatastrophen über den russischen Gasstopp bis zu neuen, alarmierenden Klimaprognosen.

Nun kann man davon ausgehen, dass auch die Reaktionen der Unternehmen – zumindest der, die es jenseits von Greenwashing ernst meinen – deutlicher und ja, dramatischer ausfallen werden. Patagonia hat gezeigt, wie groß der erste Schritt hierfür sein kann.

Unternehmen, die sich ehrgeizige Klimaziele gesetzt haben, werden diese Ziele auch von ihren Kooperationspartnern verlangen – auf jeder Ebene. Waren die jüngsten politischen Entscheidungen, wie die neue Energieeinsparverordnung, ein Paukenschlag, der die Branche aufgerüttelt hat, wird diese Entwicklung den Markt mittelfristig von Grund auf verändern – und diejenigen auf der Strecke lassen, die das Thema Green Signage links liegen gelassen haben.