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Sony-TCL Joint Venture

TCL greift nach globaler Marktführerschaft

TCL ist bereits der weltweit zweitgrößte TV-Produzent – und könnte Samsung schon 2026 überholen. Mit starker Kompetenz bei Display-Komponenten, gezielten Akquisitionen und neuen Allianzen wie dem Joint Venture mit Sony positioniert sich das Unternehmen als globales Technologie-Schwergewicht – auch im Digital Signage-Markt.
TCL Headquarter in Shenzhen (Foto: TCL)
TCL Headquarter in Shenzhen (Foto: TCL)

Nur wenige Displayhersteller hatten in den vergangenen Jahren ein derart konstantes Wachstum vorzuweisen wie TCL. Der chinesische Hersteller vertreibt seine Fernseher weltweit unter der Marke TCL, in den USA zusätzlich unter RCA sowie ausgewählten Roku-gebrandeten Produktlinien.

Darüber hinaus betreibt der Elektronikkonzern ein Joint Venture mit Ikea und liefert Unterhaltungselektronik für den schwedischen Möbelriesen – ein strategischer Schritt, der die Marke TCL weit über klassische Retail-Kanäle hinaus positioniert. Weltweit ist TCL der zweitgrößte TV-Produzent hinter Samsung – und könnte in diesem Jahr sogar auf Platz eins vorrücken.

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Hinter den Kulissen hat sich TCLs Display-Tochter TCL CSOT neben dem ebenfalls chinesischen Wettbewerber BOE zu einem der weltweit wichtigsten Panelhersteller entwickelt. Mit elf Panel-Produktionslinien und fünf Modulstandorten in China und Indien fertigt CSOT Displays in enormen Stückzahlen – sowohl für Consumer-Anwendungen als auch für professionelle Displaylösungen.

Ein entscheidender Meilenstein folgte im Jahr 2020: TCL übernahm die Display-Aktivitäten von Samsung Display in Suzhou, inklusive einer Gen-8.5-Fab sowie einer angeschlossenen LCD-Modulfertigung. Die Akquisition erhöhte nicht nur signifikant die Produktionskapazitäten, sondern sicherte TCL auch Zugang zu LCD-Fertigungs-Know-how, das über Jahre hinweg von koreanischen Displayherstellern dominiert worden war.

TCL + Sony: Neue Allianz mit Signalwirkung

Am 20. Januar kündigte TCL dann ein neues Joint Venture mit Sony an, dessen Start für April 2027 geplant ist. TCL wird 51 Prozent der Anteile halten, Sony 49 Prozent. Auch wenn viele Details noch offen sind, vereint die Partnerschaft zwei sehr unterschiedliche Stärkenprofile:

  • TCL: Hochvolumige Fertigung, wettbewerbsfähige Kostenstrukturen und Skaleneffekte in der Displaytechnologie
  • Sony: Premium-Markenpositionierung, exzellente Bildverarbeitung und tiefe Verankerung im ProAV-Ökosystem

Die Allianz hat das Potenzial, die Kräfteverhältnisse im professionellen Displaymarkt neu zu ordnen – und könnte dem chinesischen Hersteller TCL den Zugang zu genau jenem Premium-B2B-Segment eröffnen, in dem Sony seit Jahrzehnten etabliert ist.

Digital Signage: TCL drängt weiter in den Pro-Markt

Im Digital-Signage-Segment ist TCL vor allem über die Marke Moka präsent. Das Portfolio reicht bis zu 107 Zoll großen Displays und umfasst Modelle mit integriertem Brightsign-SoC – ein deutliches Signal, dass TCL nicht als reiner Hardware-Lieferant auftreten will, sondern aktiv Teil des etablierten Digital Signage-Ökosystems werden möchte.

Über Jahre hinweg hatten es chinesische Hersteller wie BOE, TCL oder Hisense schwer, im westlichen ProAV-Markt Fuß zu fassen. Mit dem geplanten Joint Venture mit Sony profitieren die Japaner von TCLs vertikal integrierter Displayproduktion, der globalen Fertigungsinfrastruktur und einem zunehmend professionalisierten Produktportfolio.

Die fortschreitende Konsolidierung in der LCD-Panelindustrie spielt TCL zusätzlich in die Karten: Die Zahl der Anbieter, die in der Lage sind, Displays in industriellem Maßstab zu produzieren, schrumpft weiter. Mit einem Umsatz von rund 20,9 Milliarden US-Dollar im Jahr 2024 und teilweiser staatlicher Beteiligung verfügt TCL zudem über eine langfristige Investitionsstabilität – ein Vorteil, den viele westliche Wettbewerber zunehmend vermissen lassen.

Ausblick: TCL als Industrie-Gamechanger

Ob im Consumer-Geschäft oder im professionellen Displaymarkt: TCL hat sich vom reinen Low-Cost-Herausforderer zu einem strategischen Schwergewicht der Branche entwickelt. Produktionskapazitäten, globale Partnerschaften und das rasante Wachstum im TV-Geschäft machen es durchaus plausibel, dass TCL in den kommenden Jahren zum weltweit größten Displayhersteller aufsteigen könnte.

Für den Digital Signage-Markt bedeutet das vor allem eines: mehr Wettbewerb – und einen neuen Technologieriesen, der das Spielfeld nachhaltig verändern dürfte.

Kommentar: Warum Sony zu klein für das Display-Geschäft wurde

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