Nespresso hat im Flatiron District von Manhattan eine neue Flagship-Boutique eröffnet – den weltweit größten und immersivsten Einzelhandelsstandort der Marke. Pünktlich zur Weihnachtszeit präsentierte der zu Nestlé gehörende Kaffeespezialist ein Flagship, das Kaffeeverkauf neu als Erlebnis definiert und Architektur, Hospitality sowie sorgfältig kuratierte Digital-Signage-Elemente verbindet.
In einem historischen Beaux-Arts-Gebäude aus dem frühen 20. Jahrhundert gelegen, versteht sich die neue Boutique als Zielort moderner Kaffeekultur. Mit rund 1.300 Quadratmetern auf zwei Ebenen ist das New York City Flagship das achte globale Flagship dieser Art und der umfassendste Ausdruck der neuesten Marken- und Einzelhandelsstrategie von Nespresso.
- Nespresso Flagship in NYC (Foto: Nespresso)
- Nespresso Flagship in NYC (Foto: Nespresso)
Eine Markenreise auf zwei Ebenen
Das Erdgeschoss dient als primärer Zugang und Orientierungsbereich – eine klassische Nespresso-Umgebung, jedoch größer und verfeinert. Es bietet einen Taste & Discover-Bereich für Kaffeeverkostungen, ein Coffee Theatre für von Mitarbeitenden geleitete Masterclasses und Schulungsformate sowie natürlich eine umfangreiche Retail-Zone mit dem gesamten Sortiment an Kaffeekapseln, Maschinen und Zubehör. Der Raum fungiert als Dreh- und Angelpunkt und balanciert Storytelling und Verkauf effizient aus.
Im Untergeschoss setzt Nespresso vollständig auf erlebnisorientierten Einzelhandel. Hier treffen Besucher auf zwei klar kuratierte Bereiche, die die Verweildauer verlängern und die Lifestyle-Positionierung der Marke stärken sollen. Die Hidden Cup Coffee Bar, abseits direkter Sichtachsen platziert, serviert trendgetriebene Getränke wie funktional angereicherte Kaffees, Mocktails und alkoholfreie Kreationen, inspiriert von zeitgenössischer Café-Kultur. Direkt daneben lädt die Nespresso Lounge dazu ein, länger zu bleiben, sich mit der Community auszutauschen und Self-Service-Kaffeemaschinen auszuprobieren – wodurch Kundinnen und Kunden vorübergehend selbst zu Baristas werden.
- Nespresso Flagship in NYC (Foto: invidis)
- Nespresso Flagship in NYC (Foto: invidis)
- Nespresso Flagship in NYC (Foto: invidis)
- Nespresso Flagship in NYC (Foto: invidis)
Digital von Kunst bis Ambient
Aus Digital-Signage-Perspektive zeichnet sich das Flatiron-Flagship durch bewusste Zurückhaltung aus. Während der Luxus-Einzelhandel zunehmend „Digital-Detox“-Konzepte verfolgt, geht Nespresso einen anderen Weg: Digitale Medien werden selektiv eingesetzt, jedoch in hoher Qualität und mit starker architektonischer Integration.
Keiner der digitalen Touchpoints wirkt wie ein Zusatz oder Fremdkörper. Stattdessen sind sie in die räumliche Erzählung eingebettet. Am Eingang begrüßt eine künstlerische Split-Flap-Installation die Besucher mit saisonalen und markenbezogenen Inhalten. Mechanische Split-Flap-Displays – bekannt für ihr nostalgisches Klickgeräusch – erleben im Premium-Einzelhandel eine Renaissance. Starbucks setzt beispielsweise ähnliche Installationen in seinen Reserve-Röstereien ein. Die gemeinsame Idee: digitales Storytelling ohne digitale Ästhetik.
Coole Stores bei invidis
Zur Euroshop 2026 präsentiert invidis eindrucksvolle Store-Erlebnisse, die wir teilweise selbst besucht haben. Neben einem Best-of haben wir bisher auch den Tilbury-Flagship in London Covent Garden und den Boss-Store in Barcelona gecovert. Weitere Store-Stories finden Sie auch zukünftig in unserem Newsletter invidis Daily.
Die auffälligste Medieninstallation befindet sich im Treppenhaus, das beide Ebenen verbindet. Dort erstreckt sich eine großformatige Ambient-LED-Installation von der Decke bis zum Boden und zeigt animierte, kaffeebezogene Visualisierungen. Die Installation fungiert weniger als Screen, sondern vielmehr als räumliches Element, das den emotionalen Übergang zwischen Verkaufs- und Erlebniszonen verstärkt.
Ein transparentes OLED-Display in einem der Highlight-Bereiche wirkt dagegen konventioneller – und möglicherweise etwas deplatziert. Mit seinem informativen Inhalt und der Platzierung auf Armlänge lädt es beinahe zur Interaktion ein, obwohl es kein Touch-Display ist. Für ein erlebnisorientiertes Flagship wirkt das Fehlen von Interaktivität wie eine verpasste Chance.







