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Q4 2025

Retail Media wächst bei Walmart um 41 Prozent

Walmarts Retail-Media-Umsatz steigt im vierten Quartal 2025 um 41 Prozent an. Das zeigt, wie Retail Media zu einem strategischen Kerngeschäft für Einzelhändler werden kann.
Walmart-Supercenter in Mexiko. (Foto: Walmart)
Walmart-Supercenter in Mexiko. (Foto: Walmart)

Walmarts Retail-Media-Geschäft setzte im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026, das mit dem Januar 2026 endete, seinen rasanten Wachstumskurs fort. Der Werbeumsatz stieg im Jahresvergleich um 41 Prozent. Das zeigt, wie konsequent der Einzelhandelsriese sich als Medianplattform positioniert.

Laut dem aktuellen Quartalsbericht erzielte Walmarts globales Retail-Media-Geschäft – in den USA unter der Marke Walmart Connect geführt – starke Zuwächse. Treiber waren eine wachsende Zahl von Werbekunden, verbesserte Datentargeting-Methoden und eine engere Verzahnung digitaler und stationärer Handelskanäle.

Vizio-Übernahme wohl Wachstumstreiber

Walmart machte keine Angaben dazu, welcher Anteil des Wachstums konkret auf Instore-Retail-Media entfiel. Die Übernahme des Smart-TV-Herstellers Vizio Anfang 2025 gilt branchenweit als wesentlicher Faktor des Anstiegs.

Der Deal brachte eine große Connected-TV-Reichweite sowie Werbemöglichkeiten auf Betriebssystemebene. Damit reicht Walmarts Präsenz nun vom Ladenregal und E-Commerce bis ins Wohnzimmer der Verbraucher.

Walmart investiert weiterhin in stationäre Displays und physische Retail-Media-Formate. Der Großteil des Umsatzwachstums stammt jedoch aus digitalem Advertising und Connected TV. Dort skalieren Kampagnen schneller und lassen sich einfacher messen. Branchenanalysten betonen, dass Instore Retail Media am gesamten Retail-Media-Umsatz nur einen vergleichsweise kleinen Anteil hat – trotz des wachsenden Interesses an stationären Mediannetzwerken.

Verlagerung der Marketing-Budgets

Die Strategie spiegelt einen breiteren Wandel großer Einzelhändler wider: Sie bauen dabei zunehmend geschlossene Werbe-Ökosysteme auf, die Kundendaten, Mediainventar und Kaufattribution verknüpfen. Walmart kombiniert Transaktionsdaten mit Connected-TV-Daten und stationären Analysesystemen. Damit kann der Konzern Werbetreibenden messbare Kampagnen über Online-Shopping, physische Filialen und den Medienkonsum im Haushalt anbieten.

Denn Marken verlagern ihre Marketingbudgets verstärkt in Umfelder, die direkt mit Verkaufsergebnissen verknüpft sind – weg von klassischen Massenmedien wie dem linearen Fernsehen.Die Benutzeroberfläche eines Vizio Smart-TVs zeigt, wie Walmart durch die Übernahme seine Retail-Media-Strategie über die Filialen hinaus ausweitet (Foto: Vizio)

Die Benutzeroberfläche eines Vizio Smart-TVs zeigt, wie Walmart durch die Übernahme seine Retail-Media-Strategie über die Filialen hinaus ausweitet (Foto: Vizio)Der anhaltende Signage-Ausbau bringt Walmart in direkten Wettbewerb mit Retail-Media-Vorreitern wie Amazon. Gleichzeitig unterstreicht er die wachsende Bedeutung von Screens – von Regalkantenbildschirmen über Digital Signage-Netzwerke bis hin zu vernetzten TVs – als zentrale Infrastruktur moderner Handelswerbung.

Walmart machte kaum Angaben zu seinen stationären Rollouts. Branchenbeobachter erwarten dennoch weitere Investitionen in physische Retail-Media-Formate. Händler wollen den Filialbetrieb monetarisieren und digitale Werbemodelle in den stationären Handel übertragen.

Werbung ist heute in Commerce, Content und vernetzte Endgeräte eingebettet. Walmarts aktuelle Ergebnisse zeigen: Retail Media entwickelt sich von einem experimentellen Umsatzkanal zu einer strategischen Säule im Großhandel.