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Comeen-CEO Gauthier

„Intranet-Plattformen binden Kunden stärker als Digital Signage“

Im Gespräch mit invidis erklärt Comeen-CEO Ben Gauthier, warum Intranet-Plattformen eine stärkere Kundenbindung erzeugen als Digital Signage-Lösungen. Nach der Übernahme von Comeen durch Lumapps erläutert er, wie die kombinierte Plattform Drittanbieter-Lösungen für Digital Signage ersetzen und die Unternehmenskommunikation neu definieren soll, indem sie Intranet, Workplace Services und Digital Signage zu einem integrierten Experience vereint.
Comeen-CEO Ben Gauthier (Foto: Comeen)
Comeen-CEO Ben Gauthier (Foto: Comeen)

Auf dem Weg zur Google Next 2026 in Las Vegas sprach invidis mit Ben Gauthier, CEO von Comeen. Für Comeen ist die Übernahme durch Lumapps ein wichtiger Meilenstein. Der französische Anbieter von Digital Signage und Workplace Services arbeitet bereits seit mehreren Jahren eng mit Lumapps zusammen – aktuell betreuen sie 36 gemeinsame Kunden.

Mit der Übernahme und der vollständigen Integration in Lumapps ist das gemeinsame Ziel klar: deutlich mehr Kunden vom kombinierten Wertversprechen zu überzeugen. Lumapps betreut weltweit über 2.200 Unternehmenskunden und birgt damit ein erhebliches Potenzial für Digital Signage- und Workplace-Experience-Lösungen auf Basis von Comeen. Viele dieser Unternehmen nutzen derzeit Drittanbieterplattformen wie Appspace, Poppulo und andere. Lumapps und Comeen wollen dies ändern und externe Lösungen schrittweise durch eine vollständig integrierte Lumapps/Comeen-Plattform ersetzen.

M&A: Lumapps übernimmt Comeen

Die französischen Unternehmen sind nicht die ersten, die Intranet- und Workplace-Lösungen für den physischen Arbeitsplatz kombinieren. Appspace beispielsweise erweiterte sein Digital Signage-Portfolio durch Akquisitionen um Intranet- und Workplace-Anwendungen. Comeen hingegen hat sich bewusst für den umgekehrten Weg entschieden.

„Wir sind überzeugt, dass Intranet-Plattformen eine höhere Kundenbindung bieten als Digital Signage“, so Ben Gauthier. „Unsere Strategie mit Lumapps ist es, Intranet-Kunden für Digital Signage, Meeting-Room-Signage und Workplace-Services zu gewinnen – und nicht umgekehrt. Wir wollen keine Intranet-Lösungen an Digital Signage-Kunden verkaufen.“

Recurring-Revenue basierendes Geschäftsmodell

Digital Signage bleibt ein zentraler Bestandteil des Comeen-Geschäfts. Rund 70 Prozent des Umsatzes generiert Comeen Play, die Digital-Signage-Plattform des Unternehmens. Die Workplace-Experience-Plattform wurde erst vor fünf Jahren eingeführt und trägt heute bereits etwa ein Drittel zum Gesamtumsatz bei.

Was detaillierte Zahlen angeht, gibt sich Ben Gauthier zurückhaltend – teilte aber gegenüber invidis einige wichtige Kennzahlen mit: „Im letzten Jahr haben wir mehrere Millionen Euro Umsatz generiert – 100 Prozent davon Recurring Revenue. Mit einer Wachstumsrate von rund 50 Prozent gehören wir zu den am schnellsten wachsenden Anbietern von Digital Signage.“

Comeen beschäftigt 34 ​​Mitarbeiter und betreut Kunden weltweit. Die drei stärksten Märkte sind Frankreich, die USA und die nordischen Länder.

Raumoptimierung statt reiner Buchung

Ben Gauthier sieht den Erfolg von Comeen weniger in den Funktionen selbst, sondern vielmehr in dem grundlegend anderen Ansatz für Workplace-Services: „Wir unterscheiden uns von unseren Wettbewerbern. Anstatt die Raumbuchung für Mitarbeiter zu vereinfachen, helfen wir Unternehmen, ihre Raumnutzung effizienter zu gestalten.“

Ein wichtiger Hebel ist die Reduzierung ungenutzter Besprechungsräume. Comeen benachrichtigt die Organisatoren von Meetings – also die Mitarbeitenden, die den Raum für ein Meeting hinzugefügt haben – einige Stunden vor dem geplanten Termin über Kollaborationsplattformen wie Slack oder Microsoft Teams.

„Regelmäßige Meetings finden oft nicht statt. Indem wir Meetingräume zwei Stunden vor Beginn freigeben, können bis zu 50 Prozent dieser Räume anderweitig genutzt werden.“

Comeen hat außerdem ein automatisches Check-in-System für Microsoft Teams Rooms und ähnliche Hardware patentiert, das die Raumnutzung in Real Time nachverfolgt.

Wenn Meetingräume nicht genutzt werden, verwenden viele Unternehmen die Screens für interne Digital Signage – eine effektive Kombination aus Signage und Unternehmenskommunikation. „Unsere Kunden lieben diese doppelte Nutzung“, sagt Gauthier.

Kontinuität nach der Übernahme

Nach der Übernahme wird Ben Gauthier den Geschäftsbereich Workplace Experience als CEO innerhalb der fusionierten Lumapps-Organisation weiterführen. Das gesamte Comeen-Team bleibt an Bord.

Ben Gauthier plant außerdem, im Mai am Digital Signage Summit (DSS) in München teilzunehmen, wo er gemeinsam mit invidis auf der Bühne über die Übernahme und die zunehmende Konvergenz von Intranet-Plattformen und Digital Signage sprechen wird.

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