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Mark Schmidt, Vuwall und G&D

"Großes Wachstum im Sicherheitsbereich"

Mark Schmidt, CEO der Panoptec Group, spricht im invidis-Interview über die wichtigsten Trends in der Kontrollraum-Industrie, die Synergien der Tochterunternehmen Vuwall und G&D sowie über die ideale Auflösung von C&C-Screens.
"Bei Digital Signage ist alles sehr offen, was das System verwundbar macht, aber auch flexibel." - Mark Schmidt, CTO der Panoptec Group (Foto: Panoptec Group)
„Bei Digital Signage ist alles sehr offen, was das System verwundbar macht, aber auch flexibel.“ – Mark Schmidt, CTO der Panoptec Group (Foto: Panoptec Group)

Kontrollräume bilden einen sehr spezialisierten Digital Signage-Anwendungsbereich – und einen sehr erfolgreichen. Visual-Solutions-Anbieter berichten seit Jahren über solides Wachstum in diesem Bereich; dazu trägt auch die volatile globale Sicherheitslage bei.

Eine Größe in der Control-Room-Branche ist die Panoptec Group. Sie vereint die Unternehmen Vuwall, Guntermann & Drunck (G&D) sowie Tritec unter einem Dach und kann somit integrierte Lösungen für die Steuerung von Kontrollraum-Ökosystem anbieten. invidis sprach mit Panoptec-CTO Mark Schmidt über die wichtigsten Entwicklungen im Command-and-Control-Sektor.

 

invidis: Was ist das Besondere an Command-and-Control-Anwendungen?

Mark Schmidt: Im Kontrollraumbereich geht es immer darum, eine Situation zu überwachen. Dabei werden Quellen unterschiedlichster Art verarbeitet, zum Beispiel Kamerastreams, Karten-Apps oder andere Programme. Das bedeutet: Es gibt sehr, sehr viele Signale, gerade bei Feuerwehr- oder Polizeileitwarten. Die Kunst ist, alle diese Signale zusammenzubringen und sie entsprechend zu visualisieren.

 

In welchen Bereichen sehen Sie Wachstum für Kontrollräume?

Wir registrieren ein großes Wachstum im Sicherheitsbereich – also alles aus dem Bereich Defense, Government und Überwachung. Hier werden gerade viele Kontrollräume geplant und auch ausgerüstet. Auch Cybersecurity wird immer mehr ein Thema, zum Beispiel Kontrollräume für die interne IT. Durch G&D sind wir auch in der Flugsicherung stark.

 

Seit Anfang 2025 sind G&D und Vuwall Schwesterunternehmen unter dem Dach der Panoptec Group. Wie wirkt sich das auf die Lösungen aus?

Im Sinne eines ganzheitlichen Ansatzes hat das große Vorteile. Vuwall kommt eher von der Videowall-Aussteuerung: Wie bekomme ich viele Signale auf eine Video-Wand verteilt? Bei G&D liegt der Fokus eher auf dem Operator-Desk: Wie kann ein Operator mit den Signalen arbeiten? Durch den Zusammenschluss können wir Synergien nutzen und Systeme vereinfachen.

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Können Sie hierfür ein Beispiel geben?

Ein Beispiel ist unsere Management-Software, die jetzt optimal beide Seiten steuern kann: Bei der Signalverteilung kann ich Szenarien hinterlegen, und bei der Benutzersteuerung kann ich bestimmte Berechtigungen vergeben, wo der einzelne Operator nur bestimmte Quellen sehen und diese auch nur auf bestimmten Bereichen der Videowall darstellen kann.

 

In der Digital Signage-Industrie wird das Thema Cybersecurity immer drängender. Das ist bestimmt auch ein wichtiger Faktor bei Kontrollräumen, oder?

Natürlich ist das für uns extrem wichtig, doch wir haben eine andere Ausgangslage: Denn wir trennen die Netze wirklich physikalisch. Das heißt, ich habe ein Kundensystem, dort laufen Daten zusammen, aber ab dem Übergabepunkt sind wir davon wirklich getrennt. Dadurch minimieren wir die Angriffsfläche erheblich – ein Übergreifen zwischen den Systemen ist konstruktiv ausgeschlossen. In gewissen Punkten ist die hohe Sicherheit für uns sogar eine Herausforderung.

 

Wie meinen Sie das?

Bei Digital Signage ist alles sehr offen, was das System verwundbar macht, aber auch flexibel. Wir haben nicht die Möglichkeit, uns irgendwo anzudocken, um das Signal zu holen. System A darf nicht mit System B kommunizieren, aber wir müssen beides auf der Videowand darstellen. Und das ist die Herausforderung: Wie kann ich die Signale ohne Hindernisse übertragen? Daneben verfügen wir natürlich über die wichtigen Sicherheitsstandards: SOC2, ISO 27001, Common Criteria und DODIN APL sowie FIPS 140-3 für die Verschlüsselung zwischen den Systemen.

 

Wenn wir uns die Hardware anschauen: In der gesamten Digital Signage-Industrie gibt es die Bewegung weg von LCD, hin zu LED. Trifft das auch für Kontrollräume zu?

In den kleineren Kontrollräumen gibt es immer noch LCD-Displays, weil es einfach günstiger ist. Man benötigt dann auch weniger Platz. Doch es kommt immer darauf an, wie viele Signale ich in welchem Kontrollrahmen darstellen muss. Ist letzterer nicht so groß, bekommt das LCD von der Pixeldichte gut hin.

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Also wenn LED, dann Finepitch-LED?

Insgesamt geht der Trend definitiv hin zu hochauflösenden LED-Walls. Wenn man hunderte von Kamerabildern überwachen muss, braucht man einfach einen niedrigen Pixelpitch. Doch ein weiterer Trend geht weg von den ganz großen Wänden hin zu Personal-Videowänden. Wenn der Operator Details sehen will, holt er die Signale direkt an seinen Desk – da kann er natürlich viel tiefer rein als auf der Videowall. Diese ist für den großen Überblick zuständig.

 

Was bedeutet das für die Ausstattung in einem Kontrollraum?

Wir sehen immer mehr Monitore mit 5K an den Arbeitsplätzen sowie steigenden Bedarf an Multiview-Anwendungen. Zudem entwickeln auch wir hierfür neue Lösungen; zum Beispiel unser Commandkeyboard-Advanced – ein Keyboard mit einem eingebauten Display. Dadurch gestaltet sich die Bedienung intuitiver, gerade in für den Operator stressigen Situationen.

Das neue Commandkeyboard-Advanced von Vuwall (Foto: Panoptec Group)
Das neue Commandkeyboard-Advanced von Vuwall (Foto: Panoptec Group)

Welche weiteren Entwicklungen sehen Sie?

Man legt immer öfter Kontrollräume zusammen. Früher gab es viele kleine Kontrollräume. Nun gibt es mehrere Satelliten, aber eine Hauptleitstelle. In der Tendenz wird alles größer.

 

Erst kürzlich hat G&D ein Joint Venture mit CT Square verkündet, um den indischen Markt anzugehen. Welche Regionen haben außerdem Potenzial?

Der Markt in Indien ist sehr interessant für uns, wir haben aber weltweit viele Installationen. Zurzeit gibt es auch in Deutschland sehr große Projekte, unter anderem bei Polizei, Feuerwehren und Regierungsstellen.

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