Ikonische Werbekampagnen entstehen nicht allein durch kreative Exzellenz. Sie prägen sich ein, weil sie gesellschaftliche Debatten aufgreifen, Konventionen brechen oder den Zeitgeist treffend einfangen. Die Geschichte der Außenwerbung kennt zahlreiche Beispiele dafür: Benetton brachte Themen wie Krankheit, Krieg und Tod in die Konsumwelt, Lucky Strike machte Zigarettenwerbung zur Pop-Art.
- Lucky-Strike-Werbung (Foto: Lucky Strike)
- Lucky-Strike-Werbung (Foto: Lucky Strike)
- Lucky-Strike-Werbung (Foto: Lucky Strike)
Sixt nutzte und nutzt politische Ereignisse als Vorlage für provokante Pointen, und Dove gelang es mit der Kampagne „Real Beauty“, etablierte Schönheitsideale infrage zu stellen und damit weit über die Werbewelt hinaus Wirkung zu entfalten.
Andere Zeiten, andere Kampagnen
Doch die Voraussetzungen für solche Kampagnen haben sich verändert. Was einst als mutig, provokant oder humorvoll galt, wird heute häufig kritischer bewertet. Der öffentliche Raum ist sensibler geworden, gleichzeitig sind die Möglichkeiten, Aufmerksamkeit zu erzeugen, begrenzter.
- Kampagne von Dove (Foto: DOVE)
- Collage an Astra-Plakaten (Foto: Astra)
Im OOH-Magazin-Interview spricht Vera Günther mit Hartwig Keuntje, Gründer der Agentur Philipp & Keuntje und Mitentwickler der legendären Astra-Kampagne „Was dagegen?“, wie man eine ikonische Kampagne schafft – und wie man es nicht macht.
Denn Tabubrüche allein reichen nicht mehr aus, um Relevanz zu schaffen. Entscheidend sind Kontext, Glaubwürdigkeit und das richtige Timing. Ob eine Kampagne Diskussionen anstösst oder vor allem Empörung auslöst, hängt zunehmend von ihrer gesellschaftlichen Einordnung ab.
Komplettes Interview zugänglich
Entsprechend schwer fällt es vielen Kreativen, aktuelle Arbeiten zu benennen, die das Potenzial zu künftigen Werbeikonen haben. „Das Alte ist verengt und weg, und das Neue ist noch nicht gefunden“, sagt Hartwig Keuntje.
Lesen Sie das komplette Interview direkt in der Online-Ausgabe 2.26 des OOOH-Magazins.
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