Autoshowroom Digital Signage

Die neuen Big Three

Lange dominierten die drei großen amerikanischen Autohersteller GM, Ford und Chrysler (heute Stellantis) den nordamerikanischen Automarkt. Mit Tesla, Lucid und Rivian geben nun neue Elektroanbieter den Ton an – nicht nur mit neuer Technologie,  sondern auch am Point of Sale.
Rivian Community Space in Venice L.A.(Foto: Rivian)
Rivian Community Space in Venice L.A.(Foto: Rivian)

Coole vollelektrische Fahrzeuge verkauft man heute nicht mehr über Händler, sondern ausschließlich direkt über Onlinestores der Hersteller. Konsequent handeln die vor 18 Jahren gegründete Tesla und die beiden jüngeren Mittstreiter Lucid und Rivian. Während Tesla von Milliardär und Paypal-Gründer Elon Musk finanziert wurde, steckt hinter Lucid der saudische Rentenfond, und Rivian konnte Amazon als Großinvestor gewinnen.

Doch ohne Showrooms und Probefahrten kommen auch die neuen digitalen und onlineaffinen Autohersteller nicht aus. Tesla setzte Standards nicht nur bei der Technologie, sondern auch im Vertrieb: Showrooms in Einkaufszentren statt im Gewerbegebiet. Allerdings strahlen die Tesla Showrooms bis heute wenig Charme aus. Ein paar Fahrzeuge und Wandsysteme – das muss reichen. Auch Autohaus-typische Digital Signage Touchpoint-Konzepte wie Videowalls oder Konfiguratoren fehlen ebenso wie Verkäufer. Nur einige Markenbotschafter stehen für Auskünfte zur Verfügung – konfiguriert – mit nur wenigen Optionen – und bestellt wird online.

Der wesentlich jüngere Tesla-Jäger Lucid setzt dagegen auf konventionelle Stores in hippen nordamerikanischen Stadtvierteln und bald auch in Europa. Einer der ersten Stores eröffnet 2022 unweit des Münchner Odeonsplatz in direkter Nachbarschaft zu Mercedes-Benz und Seat. Lucid positioniert sich als absolute Premiummarke mit Fahrzeugpreisen weit jenseits der 100.000 Euro und so kommen auch die Lucid Studios edel daher. Digital Signage-Displays erläutern die technischen Raffinessen der 1.000 PS starken Elektrofahrzeuge, während LED-Videowalls Ambiente liefern. Insbesondere zu Beginn war die Gestaltung der Studios eine große Herausforderung – denn fertige Fahrzeuge hatten noch nicht die Fabrik verlassen.

Ganz anders präsentiert der Newcomer Rivian seine elektrischen Pick-ups. Erst seit Herbst werden die ersten Fahrzeuge am Kunden ausgeliefert, im Gegensatz zu Tesla, die mit ihrem Cybertruck weit hinter dem Zeitplan stecken. Rivian eröffnete den ersten Community Space im hippen Venice – einem Vorort von Los Angeles. Eine ausrangierte Lagerhalle wurde in einen Ort mit großer Aufenthaltsqualität umgebaut. Digital Signage fehlt hier bisher – nicht ganz unüblich in ersten Pilotstores. Der Star ist das Fahrzeug und coole Spaces.

Polestar Destinations: City Showrooms reichen nicht mehr aus

Aber auch andere Autohersteller der neuen Generation setzen auf innovative Showroom-Formate. So setzt die Volvo-Schwester Polestar – ebenso wie die Hyundai Premiummarke Genesis – auf kleine Showrooms in belebten Einkaufszonen. Für Service und Aftersales ist dort kein Platz – doch auch hier findet ein Umdenken statt. Polestar eröffnet erste Spaces in Gewerbegebieten, während Genesis‘ Servicecrew zum Markteintritt Kunden zuhause direkt vor der Tür mit mobilen Teams betreut.

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