DooH in Seoul

K-Pop, Beauty-OPs und DooH-Standards

Seoul | DooH in der Metro von Seoul ist omnipräsent, groß, laut und wenig standardisiert. Die mehr als acht Millionen Fahrgäste täglich können den tausenden von DooH-Screens unterschiedlichster Technologie und DooH-Netzwerkbetreiber nicht entkommen. Doch seit 2019 standardisiert Seoul Metro und verschärft die Regeln. Langweilig wird es trotzdem nicht. Ein invidis-Erfahrungsbericht
Metro Seoul - DooH-Screens von Samsung (Foto: invidis)
Metro Seoul – DooH-Screens von Samsung (Foto: invidis)

Wenn von digitaler Außenwerbung in der südkoreanischen Hauptstadt die Rede ist, denken die meisten an die imposanten oberirdischen LED-Flächen entlang zentraler Verkehrsachsen. Doch der wahre Vermarktungsschatz liegt wie so oft unter der Erde. Mehr als acht Millionen Fahrgäste nutzen täglich die 300 Stationen in der Innenstadt und über 600 Bahnhöfe in der gesamten Hauptstadtregion.

Displays und LED-Wände sind überall zu finden – meistens eine wilde Mischung aus Technologie der letzten zehn Jahre mit großem Unterschied in Qualität und Auflösung. Seit 2019 standardisiert Metro Seoul die Werbeflächen. Bis heute wurden auf den 90 Bahnhöfen der Linien 1-4 hinterleuchtete Poster, veraltete Screens und LED-Flächen mit über 4.200 standardisierten DooH-Screens ersetzt.

Multifunktion auf Multidisplays

Samsung hatte die Ausschreibung 2019 mit einem modularen Display-System gewonnen, das Metro-Informationen, interaktive Wegeleitung und DooH in einem robusten Gehäuse integriert. In der Regel kommen drei 49”-Touchscreen im Portraitmodus zum Einsatz, bei großen Stationen ergänzt um einen 65“-Screen in Landscape-Ausrichtung. Zwei kleine Stretched-Displays am oberen Rand zeigen sowohl die Ausgangsnummer als auch Werbung an. Die eingesetzten Samsung Smart Signage-Displays verfügen über ein mattes Display, sind IP5X staub- und spritzwassergeschützt und bieten mehr als 500 Nits Helligkeit.

DooH trifft Digital Signage: 4.200 Displays in der Metro in Seoul

Im Gegensatz zu Europa gehört „guter Ton“ zu jeder DooH-Kampagne, richtig gut zu verstehen ist die Tonspur zur DooH-Werbung aber nur außerhalb der Rushhour. Die Samsung-Stelen bringen nicht nur integrierte Lautsprecher mit, sondern auch eine Lademulde für Wireless Charging von Mobiltelefonen. Eine clevere, Vandalismus-sichere Lösung, die immens hilfreich sein kann, denn der Großteil der Pendler nutzt ein Smartphoneticket, das am Start- und Endbahnhof gecheckt wird.

Hochfrequentierte Stationen bieten zusätzlich an Ein- und Ausgängen große, nichtstandardisierte LED- und LCD-Videowalls.

Phänomen K-Pop Fans

K-Pop Bands (zum Beispiel BTS) sind weltweit bekannt, aber in keinem Land ist der Hype so groß wie im Mutterland. Die meistens weiblichen Fans vergöttern ihre Stars. Das geht so weit, dass regelmäßig zum Geburtstag der Stars die Fans eine DooH-Glückwunsch-Kampagne spendieren. Dafür legen die Fans per Crowdsourcing ihr Taschengeld zusammen (ab 1.500 Euro) und kreieren und buchen ein oft sehr kitschiges Digital Poster.

K-Pop Fanposter auf DooH-Screen (Foto: invidis)
K-Pop Fanposter auf DooH-Screen (Foto: invidis)

Bis zur Pandemie waren die Seouler U-Bahn-Stationen voll mit Fan-Kampagnen. Zur Zeit ist es etwas ruhiger, aber auch wir von invidis konnten vereinzelt Fan-Glückwünsche im Untergrund von Seoul entdecken. Neben Fan-Kampagnen fehlen den koreanischen Vermarktern im ausgehenden Jahr 2022 auch die lange dominierenden Kampagnen der Schönheitsinstitute – ein neues Gesetz verbietet die Werbung für Beauty-OPs & Co.

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