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ISE 2026

Die Top5 Digital Signage-Trends

Barcelona | Die Dominanz von LED und Software, der Microsoft-MDEP-Hammer sowie verschlankte Unternehmen - das sind die Trends, welche das Jahr 2026 prägen werden.
Auf der ISE 2026 konnte man eine zuversichtliche Digital Signage-Industrie erleben. (Foto: ISE)
Auf der ISE 2026 konnte man eine zuversichtliche Digital Signage-Industrie erleben. (Foto: ISE)

Die Digital Signage-Branche startet mit neuem Optimismus ins Jahr 2026. Auf der diesjährigen ISE war die Stimmung in den Hallen und Besprechungsräumen deutlich optimistisch. Nach einem durchwachsenen Jahr 2025, das von langsamem Wachstum und zahlreichen Projektverschiebungen geprägt war, erwarten viele Marktteilnehmer nun einen deutlichen Aufschwung. Ob diese Zuversicht voll und ganz gerechtfertigt ist, bleibt abzuwarten – doch mehrere Faktoren deuten in die richtige Richtung.

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Branchenweit werden im ersten Quartal endlich aufgeschobene Projekte umgesetzt. Die wirtschaftliche Stimmung, insbesondere in der DACH-Region, verbessert sich. Und im Einzelhandel – einer Branche, die für fast die Hälfte aller Digital Signage-Implementierungen verantwortlich ist – wächst der Bereich Retail Media weiterhin rasant. Ironischerweise beschleunigen Einzelhändler trotz der Schwierigkeiten des stationären Handels ihre Investitionen in digitale Netzwerke und monetarisierbare Medienplattformen.

1. Schlankere Unternehmen

Die Anpassungen der Unternehmensgröße im Jahr 2025 hat die Wettbewerbslandschaft neu gestaltet. Viele Anbieter haben das vergangene Jahr damit verbracht, ihre Unternehmen „richtig zu dimensionieren“. Offene Stellen wurden nicht besetzt, und mehrere internationale Anbieter haben erhebliche Personalabbauprogramme durchgeführt. Am stärksten betroffen waren die Führungsspitze, Kreativteams und Softwareabteilungen. Unterdessen belebt die normale Fluktuation im Vertrieb den Arbeitsmarkt. Kurz gesagt: Die Branche hat sich neu kalibriert – sie ist schlanker und bereit für eine neue Wachstumsphase.

2. LED stärker im Mittelpunkt

Die ISE 2026 präsentierte einen Hardwaremarkt, der sich auf Verfeinerung statt auf Disruption konzentriert. LED gewann weiter stetig an Bedeutung. Auf der Messe wurden mehr gebogene Formate, kleinere Pixelabstände und neue Technologien wie Chip-on-Glass vorgestellt.

Die Active MicroLED war das Herzstück des LG-Stands. (Foto: invidis)
Die Active MicroLED war das Herzstück des LG-Stands. (Foto: invidis)

LCD wird auch in den kommenden Jahren als „Arbeitstier der Branche“ den Digital-Signage-Markt dominieren. Die Technologie ist ausgereift und für die meisten Anwendungen „gut genug”. Verbesserungen der Auflösung wie 8K sind nach wie vor unnötig; stattdessen gibt es Fortschritte in Bereichen, die sich nur bei genauer Betrachtung zeigen: Hintergrundbeleuchtung, Formfaktor-Tiefe und Rahmen-Design. Der Stand von Samsung zeigte, wie weit die Optimierung von LCD-Displays bereits fortgeschritten ist.

DSS ISE 2026: In die Signage-Zukunft mit invidis

Ein bemerkenswerter Trend: Das Vertrauen in die Marke beeinflusst zunehmend die LED-Beschaffung. Laut PPDS/Philips entscheiden sich viele Integratoren und Kunden nun zuerst für die LED-Marke – und wählen dann LCDs desselben Herstellers, um die Konsistenz ihrer visuellen Ausstattung zu gewährleisten. Dadurch verschaffen sich Anbieter, die sowohl LCDs als auch LEDs anbieten, einen Wettbewerbsvorteil.

Anbieter mit nur einer Technologie, darunter viele chinesische LED-Lieferanten, stehen unter zunehmendem Druck, da Multi-Plattform-Portfolios zur Standarderwartung werden. Philips erzielt derzeit 10 Prozent seines Umsatzes mit LED; das Unternehmen geht davon aus, dass dieser Anteil bis 2026 auf 20 Prozess steigen wird.

Vorsicht bei den Prozessoren

Ein wichtiges Thema hinter den Kulissen der ISE war der starke Anstieg der Preise für Speicherkomponenten. Die Speicherkosten haben sich seit dem Sommer verdreifacht, und da Speicher bereits mehr als 10 Prozent der Materialkosten eines Displays ausmachen, sind höhere Endpreise unvermeidlich. Nur der immense Wettbewerb auf dem Display-Markt könnte höhere Preissteigerungen begrenzen.

3. Software spielt die Hauptrolle

Software war auf der gesamten Messe allgegenwärtig, darunter auch die omnipräsente VXT-Plattform von Samsung. Noch wichtiger ist jedoch, dass das Jahr 2026 offenbar eine strategische Wende markiert: Große Displayhersteller positionieren Software nicht als Ersatz für CMS, sondern als ergänzende Ebene zu Partner-Ökosystemen.

Digital Signage-Branche auf der ISE 2026 (Foto: invidis)
Digital Signage-Software war stark auf der ISE 2026 vertreten. (Foto: invidis)

LG, Philips, Samsung und andere konzentrierten sich stark auf Remote Device Services und argumentierten, dass niemand die Hardware besser versteht als die Unternehmen, die sie herstellen. Eine eingehendere Analyse dieser Software-Strategien folgt diese Woche auf invidis.

4. MDEP erschüttert den Markt

Microsofts neue Android-Initiative – MDEP – war ein weiteres heißes Thema, insbesondere in der UC-Branche. Einige Aussteller zeigten sogar frühe Digital Signage-Displays, die mit MDEP laufen.

Das disruptive Potenzial der Plattform beruht weniger auf ihren technischen Fähigkeiten als vielmehr auf ihrem obligatorischen vierteljährlichen Update-Zyklus, der in starkem Kontrast zu den derzeit in der Branche üblichen Update-Intervallen von 12 bis 24 Monaten steht. Etablierte SoC-Anbieter, die seit langem auf Stabilität und lange Zyklen setzen, werden den Druck zu spüren bekommen. Weitere Einblicke in die Auswirkungen von MDEP auf Digital Signage werden in Kürze auf invidis verfügbar sein.

5. Messe als globaler Treffpunkt

Die ISE 2026 setzte erneut Maßstäbe: Mit 92.000 Einzelbesuchern und mehr als 210.000 Besuchen an vier Tagen war die ISE 2026 erneut eine Rekordmesse. Die wachsende globale Bedeutung der Messe zeigte sich insbesondere in der Präsenz internationaler Integratoren. Allein Econocom brachte 130 Mitarbeiter nach Barcelona.

Eine der bemerkenswertesten strategischen Ankündigungen – die Einführung von Diversified Digital, der neuen Digital-Signage-Geschäftseinheit eines der größten US-amerikanischen Integratoren – erfolgte auf der ISE. Die Messe ist nicht nur zur globalen Bühne für Ankündigungen geworden, sondern es nehmen auch immer mehr Integratoren mit einer physischen Präsenz teil. Diversified wählte einen großen Dachgarten, während der größte US-Konkurrent AVI-SPL mit einem Stand in Halle 2 vertreten war.

Fazit: eine zuversichtliche Branche

Die ISE baut ihre Position als weltweit führende Fachmesse für Digital Signage und professionelle AV-Technik weiter aus. Die Veranstaltung hat sich zum jährlichen Treffpunkt für Branchenakteure entwickelt – und zunehmend auch für Endkunden, die ihre digitalen Strategien ausloten.

Die Branche geht mit Optimismus, Schwung und einer neuen Ausrichtung in das Jahr 2026. Ob das Jahr tatsächlich zum erwarteten Wendepunkt wird, bleibt abzuwarten – aber die Signale aus Barcelona deuten auf einen vielversprechenden Start hin.

Wieder Rekord: ISE 2026 zählt 92.170 Besucher