Anzeige
Verena Gründel, Dmexco

"DooH so relevant wie nie zuvor"

Künstliche Intelligenz war das beherrschende Thema auf der Dmexco 2026. Im invidis-Gespräch erläutert Verena Gründel, Director Brand & Communications, wo die Potenziale für KI liegen und wie Digital-out-of-Home sich im Mediamix positioniert hat.
"Wenn wir nur die alten Prozesse skalieren oder die Kreation komplett an KI abgeben, dann haben wir nichts gewonnen." - Verena Gründel, Director Brand & Communications der Dmexco (Foto: Koelnmesse)
„Wenn wir nur die alten Prozesse skalieren oder die Kreation komplett an KI abgeben, dann haben wir nichts gewonnen.“ – Verena Gründel, Director Brand & Communications der Dmexco (Foto: Koelnmesse)

Von Tiktok bis Obi: Die gesamte Bandbreite der Digitalmarketing-Branche traf sich vergangene Woche in Köln, um über die wichtigsten Trends der Gegenwart und Zukunft zu sprechen. Ganz oben auf jeder Liste – wie könnte es anders sein: Künstliche Intelligenz.

„Das am stärksten auf und abseits der Bühnen diskutierte Thema war KI und deren Potenziale“, sagt Verena Gründel, Director Brand & Communications der Dmexco. Nach Jahren der Pilotprojekte müsse man die Experimentierphase hinter sich lassen und KI-Anwendungen skalierfähig machen.

Dabei gehe es nicht darum, bestehende Prozesse einfach nur zu beschleunigen. „Wenn wir nur die alten Prozesse skalieren oder die Kreation komplett an KI abgeben, dann haben wir nichts gewonnen“, betont Verena Gründel. Erfolgreich werde KI erst dann, wenn Unternehmen ihre Abläufe neu denken: „Nicht nur KI über den Prozess stülpen, sondern den Prozess mit oder um die KI herum neu gestalten.“

Marken benötigen weiterhin Reichweite

Von diesem Wandel könnte auch DooH profitieren. Auf der Dmexco nimmt das Medium mittlerweile einen festen Platz ein. „Es ist ein superwichtiger Bereich in unserer World of Media“, sagt Verena Gründel. Das zeigt sich auch darin, dass die Messe dem Thema einen eigenen Summit widmet.

Dmexco 2026: Die DooH-Wertschöpfung rückt zusammen

Für die Dmexco-Verantwortliche ist diese Relevanz kein Zufall. „Wenn man ehrlich ist, haben wir nicht mehr so viele Massenmedien übrig“, erklärt sie. Während klassische Kanäle zunehmend fragmentiert würden, könne Außenwerbung weiterhin große Reichweiten liefern. „Mit DooH kann man weiterhin sehr gut große Massen erreichen. Das ist mit den meisten Kanälen nicht mehr möglich.“ Gerade in einer Zeit, in der Werbetreibende möglichst präzises Targeting fordern, werde häufig vergessen, dass Marken weiterhin Reichweite benötigen.

Auch Dmexco selbst setzt auf DooH

Entsprechend positiv fällt Verena Gründels Einschätzung für den Kanal aus. „DooH ist so relevant wie nie zuvor im digitalen Umfeld, und daher wächst der Kanal auch weiter.“ Dass Digital-out-of-Home inzwischen deutlich präziser ausgesteuert werden kann als klassische Außenwerbung, eröffne dabei neue Anwendungsfelder, zum Beispiel B2B-Marketing. Das bewies die Messe selbst mit einer deutschlandweiten DooH-Kampagne.

Dmexco 2026: Das sagen die DooH-Aussteller

Besonders großes Potenzial sieht die Dmexco-Kommunikationschefin in der Kombination aus KI, Automatisierung und programmatischer Aussteuerung. Die zunehmende Granularität von Kampagnen könne künftig weitgehend automatisiert werden.

Mehr Vernetzung

Für das kommende Jahr erwartet Verena Gründel keine dramatischen Verschiebungen im Mediamix. Dennoch könnten Kanäle wie DooH weiter profitieren, insbesondere durch ihre Einbindung in größere programmatische Ökosysteme.

AI im DooH-Tech

Dass AI auch die DooH-Branche transformiert, zeigt sich bereits in vielen Aspekten – insbesondere was Kreation und Aussteuerung angeht. Die großen DooH-Tech-Plattformen, die auf der Dmexco präsent waren, demonstrierten dies – und betonten wie Verena Gründel, dass man sich nicht nur auf „Mehr und schneller“ konzentrieren dürfe. Jean-Christophe Conti, CEO von Viooh, wies darauf hin, dass AI die Tür zu komplexen Ausspielungen öffne, gleichzeitig aber die Mediaplanung vereinfachen müsse. Für Displayce-CEO Laure Malergue ist Künstliche Intelligenz bereits tief in der DooH-Technologie verankert. Nun müsse AI dabei helfen, Mediaagenturen von DooH zu überzeugen. Denn diese müssten sich die Vorteile von DooH immer noch sehr analog aneignen. Somit sollte das Augenmerk nicht nur auf der Technologie selbst liegen, sondern auch auf der Kommunikation.

Denn genau das identifiziert sie als einen wichtigen Trend der nächsten Jahre: mehr Vernetzung, mehr Kooperation und mehr kanalübergreifende Kampagnen.
Somit sieht sie neben der positiven Entwicklung auch weiterhin Hausaufgaben für die DooH-Branche. Vor allem die Vernetzung mit digitalen Plattformen könne deutlich stärker ausgebaut werden. Denn die großen Plattformen werden ihre Marktmacht voraussichtlich noch ausbauen, Kooperationen sind daher ein probates Mittel.

Präzision und Reichweite

„Ich glaube, da liegt noch viel Potenzial: die Kanäle stärker miteinander zu verknüpfen“, sagt Verena Gründel. Als Beispiel nennt sie Tiktoks Digital-Out-of-Phone-Angebote. Auch Meta oder andere Social-Plattformen könnten ihre Kampagnen künftig stärker in die Außenwerbung verlängern. „Das intelligent automatisiert auszusteuern, ist eine Königsdisziplin.“

Für DooH könnte das zusätzliche Wachstumschancen eröffnen. Schließlich hat das Medium aus ihrer Sicht einen entscheidenden Vorteil behalten: die Fähigkeit, digitale Präzision mit echter Reichweite zu verbinden.

DooH und Digital Signage: Faces of Dmexco 2026