Roland Grassberger

„Grassfish ist weit mehr als Digital Signage“

Anfang Februar präsentierte Grassfish einen neuen Markenauftritt. Doch hinter dem neuen Logo steckt viel mehr: eine neue Positionierung, eine neue Organisation, neue Niederlassungen und ein neues Partnerverständnis. invidis sprach mit Roland Grassberger, Geschäftsführer und Chief Innovation Officer von Grassfish.
Roland Grassberger / Grassfish (Photo: Grassfish)
Roland Grassberger / Grassfish (Photo: Grassfish)

Seit Mai 2021 ist der Wiener Digital Signage-Softwarespezialist Grassfish Teil der schwedischen Vertiseit-Gruppe. Schon vor der Übernahme positionierte sich Grassfish nicht mehr nur als CMS-Anbieter, sondern als ISV+ – einem Plattformanbieter mit Konzept- und Projektmanagementkompetenz. Die Neupositionierung (invidis Bericht) wurde nicht von allen Marktteilnehmern so verstanden wie von Grassfish geplant. Deshalb möchte Roland Grassberger direkt zum Anfang des invidis-Gespräch mit einem Marktmissverständnis aufräumen: „Wir sind kein Integrator und haben nicht den Anspruch, alles selber zu machen. Wir arbeiten bei jedem Projekt mit Partnern zusammen.“ Aber die Rollen in der Digital Signage-Wertschöpfungskette haben sich verändert.

Roland Grassberger: „Grassfish is much more than digital signage“

„Wir schließen die Lücke zwischen online und offline.“

„Retailer erwarten heute mehr von ihren strategischen Digital-Partnern. Technik allein reicht nicht mehr, sondern die Partner sollten die Zukunft der Stores für den Einzelhändler ganzheitlich gestalten können. Es gibt nicht viele Unternehmen, die das können.“ Aus der Analyse entstand für Grassfish der Aufgabenkatalog, als ISV+ auch Konzeptberatung und Technical Design anbieten zu müssen. „Mit Thorsten Wien als Leiter der Grassfish Consulting-Unit und seinem Team sind wir gut aufgestellt.“

Doch die neue Grassfish ist jetzt laut Roland Grassberger noch konsequenter auf die Marktbedürfnisse ausgerichtet. Die neue Plattform – die seit Ende 2021 verfügbar ist – bietet weit mehr als im Markt bekannt. „Wir bieten mit Grassfish IXM – der In-Store Experience Management Plattform – mehr als nur Digital Signage. Grassfish IXM bietet Marken und Einzelhändlern eine umfassende Möglichkeit zur Verwaltung aller digitalen In-Store-Touchpoints auf globaler Ebene. Wir schließen die Lücke zwischen online und offline.”

Grassfish will sich weiterhin auf den Retail konzentrieren. (Foto: Vertiseit)
Grassfish will sich weiterhin auf den Retail konzentrieren. (Foto: Vertiseit)

Was Grassfish damit genau meint, wird im Laufe des Gesprächs klar: „Displays sind viel mehr als nur digitale Plakate, sondern Werkzeuge für den Händler, die Verkäufer erfolgreicher beraten und verkaufen lassen.“ Digital Signage wird damit business-critical – so wird eine Fahrzeugübergabe zum Event, oder Mobiltelefone der Kunden werden in den Verkaufsprozess mit einbezogen. Die Relevanz der Plattform soll sich auch im Namen widerspiegeln: IXM klingt wie CRM und soll zukünftig genauso wichtig werden.

„Wir bleiben der Spezialist.“

Eine Abgrenzung findet sowohl nach unten – mehr als Digital Signage – aber auch noch oben statt: Die IXM-Plattform will keine DXP sein – sondern die Digitale Erlebnis-Plattform für den physischen Raum. „Wir bleiben der Spezialist; Alleskönner wie Adobe tun sich mit Instore Experience schwer. Das ist ein komplexes Feld.“

Die Grassfish IXM-Plattform soll auch der Nukleus für weiteres Wachstum sein. „Aus unserer Sicht wird es in fünf Jahren mehr Spezialplattformen mit dedizierten Funktionen für einzelne Vertikalmärkte geben. So wie die bereits im Education dominierenden Digital Signage-Schulplattformen mit Anbindung an Spezialsoftware oder ähnliches im Corporate-Bereich. In der Welt der Spezialisten wollen wir die Retail-Spezialisten sein.“

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Integration komplett

Organisatorisch hat sich vieles bei Grassfish zum Jahreswechsel verändert. Grassfish wurde komplett in Vertiseit integriert, die nun ganzheitlich unter dem neuen Grassfish-Logo auftritt. So treten die operativen skandinavischen Töchter – ehemals Vertiseit – nun als Grassfish Nordics am Markt auf. Auch die in Österreich entwickelte ISV+-Strategie wurde in Skandinavien übernommen.

Plattformstrategie: Aus Vertiseit wird Grassfish

Das klassische Software-only-Geschäft mit Integratoren in Skandinavien und Großbritannien läuft wie bisher unter der Marke Dise. Vertiseit bleibt als Marke für die börsennotierte Holding. Geleitet wird das Unternehmen von CEO Johan Lind und CFO Jonas Lagerqvist. Roland Grassberger ist nun als Chief Innovation Officer für die gesamte Gruppe zuständig, während Alexander Korte die Aktivitäten am Standort Wien verantwortet.

ISV+ im invidis Jahrbuch

Im Jahrbuch 2021/2022 erläutern die invidis-Experten den Kern hinter dem ISV+-Konzept. Laden Sie sich hier das Jahrbuch kostenlos herunter, um diese und viele weitere Analysen zu den Themen Digital Signage, Retail Technologies, CMS-Software und DooH zu lesen.

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