In der EMEA-Region waren Systemintegratoren weiterhin die Haupttreiber der Konsolidierung. Econocom setzte erneut Maßstäbe und baute still und leise ein europäisches Digital Signage-Powerhouse auf. Dabei ist man auf dem besten Weg, ProAV-Umsätze von fast 500 Millionen Euro zu erzielen. Durch die Übernahme von vier regionalen Integratoren in wichtigen europäischen Märkten festigte Econocom seine Position als größter Digital Signage-Dienstleister des Kontinents.
Die Differenzierung von Econocom geht über die Größe hinaus. Das ProAV-Geschäft ist in eine milliardenschwere IT-Managed-Services-Gruppe eingebettet. Diese verfügt über eine Banklizenz, bietet umfangreiche Finanzierungen an und betreibt ein bedeutendes Refurbishing- und Circular-Economy-Geschäft. Diese Struktur ermöglicht es Econocom, End-to-End-Services im Lebenszyklus anzubieten – von der Finanzierung und Bereitstellung bis hin zu Managed Services, Lebenszyklusmanagement und Remarketing.
Infolgedessen definieren große, milliardenschwere Integratoren die Erwartungen in Digital Signage neu und decken die strukturellen Grenzen kleinerer, hochspezialisierter ProAV-Unternehmen auf. Viele dieser Firmen verfügen über herausragendes Fachwissen und ausgereifte Ökosysteme. Sie verlieren ihre Marktanteile jedoch aufgrund höherer Kostenstrukturen und begrenzter finanzieller Hebel. Der Markt belohnt zunehmend Größe und Servicebreite gegenüber reinem Know-how.
Übernahme von Infrastor
Europas größter Pure-Play Digital Signage-Integrator, Trison, setzte ebenfalls neue Akquisitionen um. Mit den Übernahmen der Pioneer Group in Großbritannien und von Infrastor in Deutschland – neben der früheren Expansion in die USA durch Zero-In – ist Trison seinem Ziel, ein globaler Integrator zu werden, einen Schritt nähergekommen.
Dafür führte Trison eine einheitliche Marke ein, standardisierte Angebote und setzt einen gemeinsamen Servicekatalog auf — bedeutende Schritte hin zur Industrialisierung der großangelegten Digital Signage-Integration über Regionen hinweg.
Vertiseit übernimmt MDT, Muse, Scala
Vertiseit blieb der aktivste Konsolidierer der Branche. Die schwedische Gruppe erweiterte ihr Portfolio um zwei deutsche Unternehmen, MDT und Muse Content. Zusammen mit Visual Art verdoppelten diese Transaktionen die Größe der Gruppe auf rund 62 Millionen Euro Umsatz in weniger als einem Jahr. Damit unterstreichen sie das anhaltende Bestreben des börsennotierten Unternehmens, disziplinierte Buy-and-Build-Strategien umzusetzen, unterstützt von starkem Private Equity-Backup. Hinzu kommt die jüngste Übernahme von Scala-Assets, die eine Neustrukturierung der globalen Digital Signage-Machtverhältnisse vorweg nimmt.
Auf der Softwareseite stellte die Übernahme des britischen Unternehmens Signagelive durch Navori einen Meilenstein für dessen Private-Equity-Eigentümer Maguar dar. Auch Skandinavien und die Benelux-Länder blieben Hotspots der Konsolidierung. Playipp übernahm den norwegischen Konkurrenten Databeat. Zetadisplay kehrte mit einer kleinen ergänzenden Übernahme von Ubiq in Schweden auf den M&A-Markt zurück. Smartsign wurde von der Private-Equity-Gesellschaft Standout Capital übernommen.
In den Benelux-Ländern entwickelte sich die Dgtgroup, ehemals Digitopia, zum aktivsten Konsolidierer und übernahm NFGD und TSS, um ihre regionale Präsenz weiter zu stärken. Auch in Frankreich kam es zu einer horizontalen Konsolidierung, als der Workplace-Experience-Spezialist Comeen von Lumapps übernommen wurde. Das spiegelt wider, dass sich Digital Signage, Employee Experience und interne Kommunikationsplattformen zunehmend überschneiden.
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