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Kommentar

Telekoms DooH-Netz nimmt Fahrt auf

Die Telekom baut ihr Werbenetz an Verteilerkästen und in Lieferando-Restaurants zügig aus. Technisch gibt es aber noch Luft nach oben. Ein Kommentar von Florian Rotberg.
AWK Aussenwerbung und die Telekom vermarkten das neue Verteilerkasten-Netzwerk gemeinsam. (Foto: Telekom)
AWK Aussenwerbung und die Telekom vermarkten das neue Verteilerkasten-Netzwerk gemeinsam. (Foto: Telekom)

Nun ist es also soweit: Nach Jahren des Testens, Vergleichens und Optimierens nimmt das Telekom-Netz langsam Fahrt auf. Die Grundsatzfrage E-Paper oder LED scheint entschieden, in München und Düsseldorf sind inzwischen mehrere hundert Displays an den Verteilerkästen in Betrieb. Rund um das invidis-Büro am Münchner Ostbahnhof sind die plakatgroßen Displays mittlerweile kaum noch zu übersehen.

Mit der steigenden Reichweite wird auch die Vermarktung sichtbar. Die Zeit der nahezu ausschließlichen Eigenwerbung für MagentaTV, etwa während der Fußball-WM, ist vorbei. Heute nutzen bereits Marken wie Deutsche Post, Kaufland oder Wrigley’s das neue Medium, um ihre Botschaften direkt in den urbanen Alltag zu bringen.

Auflösung und Helligkeit noch nicht ausgereift

Ganz überzeugt bin ich von der eingesetzten Technologie allerdings noch nicht. Die LED-Auflösung fällt für viele Standorte mit hohem Fußgängeranteil vergleichsweise grob aus. Kampagnenmotive wirken teilweise deutlich pixelig, feinere Texte stoßen schnell an ihre Grenzen. Hinzu kommt, dass die Helligkeitssteuerung noch nicht in allen Situationen optimal abgestimmt scheint. Selbst in schattigen Bereichen erscheinen manche Screens unnötig hell. Das sind keine grundsätzlichen Probleme, aber typische Kinderkrankheiten eines jungen Netzes.

Positiv fällt dagegen auf, dass Vandalismus bislang offenbar kein gravierendes Thema ist. Im Umfeld unserer Beobachtungen ist lediglich ein beschädigter Screen aufgefallen.

Beschädigter Screen in München (Foto: invidis)
Beschädigter Screen in München (Foto: invidis)

Dennoch bleibt Vandalismus eine wachsende Herausforderung für die gesamte OoH-Branche. Unabhängig von der eingesetzten Technologie werden Werbeträger zunehmend beschmiert, beschädigt oder durch zerstörte Schutzscheiben beeinträchtigt.

Trotz aller Detailkritik verdient die Initiative der Deutschen Telekom Anerkennung. Ein neues, flächendeckendes Werbenetz in unmittelbarer Nähe zur Zielgruppe bringt frischen Wettbewerb und neue Impulse in den deutschen OoH-Markt.

Parallel dazu wächst das Lieferando-Netz

Hinzukommt ein DooH-Netz in Lieferando-Restaurants, das T Advertising Solutions vollständig selbst vermarktet. Dabei sind bereits 500 Screens in sieben Städten aktiv. Bis Ende 2027 soll die Zahl auf 2.000 wachsen.

Nach den Schaufensternetzen von Hygh und Ströer ist dies bereits das zweite relevante neue Inventar, das innerhalb weniger Jahre entstanden ist. Eine Entwicklung, die der Branche insgesamt gut zu Gesicht steht.

2.000 Displays geplant: Telekom und Lieferando bauen DooH-Netz