Displaymarkt weiter im Aufwind

Der Markt für Digital-Signage-Displays legt im Vergleich zu 2010 um 32 Prozent zu. Neuer Spitzenreiter ist Samsung, gefolgt von NEC und LG Electronics.

Die großen Displayhersteller trieben auch 2011 den Digital-Signage-Markt weiter voran. Seit 2009 ist der Absatz nach Stückzahlen um 75 Prozent gestiegen. Die wichtigsten Wachstumsmotoren bildeten der anhaltende Preisverfall, der Trend zu Videowalls und integrierten Lösungen sowie die steigende Nachfrage nach großen Diagonalen über 60 Zoll.

invidis Jahrbuch Digital Signage Displaymarkt GrafikSamsung ist neuer Marktführer
Der langjährige Europameister Samsung zieht 2011 auch in D-A-CH an NEC vorbei und sichert sich mit einem Marktanteil von 27 Prozent die Pole-Position. Dabei konnten beide Hersteller hinzugewinnen. Der gemeinsame Marktanteil stieg auf rund 52 Prozent. Die südkoreanische LG Electronics und der japanische Displayanbieter Panasonic (inklusive der integrierten Sanyo) tauschten die Plätze und rangieren jetzt auf Platz drei und vier.

Videowalls steigern Volumen
Als einer der wesentlichen Absatztreiber in 2011 entpuppte sich die zunehmende Nachfrage nach hochpreisigen Videowalls. Display-Flächen mit mehr als 50 zusammengesetzten 46-Zöllern sind inzwischen keine Seltenheit mehr. Ein wichtiges Einsatzfeld für Videowalls stellen Flughäfen dar, wo sie vermehrt analoge Faltblattanzeiger oder LED-basierte Modulwände ersetzen. Aber auch in Einkaufszentren oder repräsentativen Unternehmenszentralen finden sich immer häufiger Installationen mit mehreren Dutzend Displays.

Distributoren unschlagbar
Mehr als 80 Prozent aller im Projektgeschäft verwendeten Displays werden über Distributoren abgewickelt. Der Grund dafür liegt in der besonderen logistischen Herausforderung. So sind beispielsweise Ingram Micro, ALSO Actebis, Tech Data und Co. klar im Vorteil, wenn es darum geht, bundesweit mehrere hundert Displays auf möglichst effiziente Weise zu verteilen.

Technologie: LED ersetzt CCFL
In puncto Technik geht der Trend eindeutig zur LED-Hintergrundbeleuchtung. Entsprechend bauen die Hersteller ihre Produktportfolios im laufenden Jahr 2012 um. Sie setzen dabei sowohl auf Backlit- wie auch auf Edgelit-LEDs. Zu den Vorzügen des LED-Backlit-Prinzips zählt vor allem eine gleichmäßigere Lichtverteilung, während sich mit Edgelit geringere Displaytiefen erzielen lassen. Die traditionelle CCFL-Technologie läuft mittelfristig aus und wird nur noch in preisgünstigen Einstiegsserien verbaut werden.

Professionelle Displays überwiegen
2011 erlebte der Digital-Signage-Markt eine historische Wende: Erstmals wurden mehr Projekte mit professionellen Displays verzeichnet, als mit Consumer-Displays. Diese Entwicklung hat im Wesentlichen drei Ursachen:

1. Sinkende Kosten
Der seit Jahren anhaltende Preisverfall hat 2011 zu spürbar sinkenden Kosten bei professionellen Displays geführt, insbesondere bei den kleineren Diagonalen bis 42 Zoll.

2. Wachsender Integrationsanteil
Digital-Signage-Displays werden immer häufiger integriert. Für 2012 schätzt invidis consulting den Integrationsanteil auf über 50 Prozent. In neuen Ladenkonzepten, Geschäfts- und Büroräumen werden die vormals nachträglich angebrachten Fremdköper zum integrierten Bestandteil der visuellen Kommunikation. Ebenfalls im Trend: Open-Frame-Lösungen in Stelen.

3. Monitoring und Management
Digital-Signage-Netzwerke wer­den immer größer, sie wachsen mit der Anzahl von Displays und Standorten. Die Anforderungen bezüglich einer effizienten Überwachung und Steuerung erfüllen nur professionelle Display-Lö­sun­gen.

Consumer Displays: Zukunft ungewiss
Die Bedeutung von Consumer Displays im Digital-Signage-Markt nimmt stetig ab. Inwiefern sie sich jenseits von Stand-Alone-Installationen als Einstiegsprodukt für Digital Signage positionieren können, bleibt abzuwarten. Dagegen haben Hybrid-Lösungen wie Smart-TVs durchaus Potenzial für kostengünstige lokale und nichtvernetzte Ein-Bildschirmlösungen.

Fakten zum Displaymarkt 2011

  • 2009 – 2011: 75% Wachstum nach Stückzahlen
  • 2010 – 2011: 47% Wachstum nach Stückzahlen
  • Starke Nachfrage nach hochpreisigen Videowalls
  • Steigende Nachfrage nach 60+ Zoll-Displays
  • Spürbarer Preisverfall bei kleinen Diagonalen bis 42 Zoll
  • Technologiewechsel: LED ersetzt CCFL
  • Projekte mit professionellen Displays ­überwiegen
  • Steigender Anteil integrierter Displays
  • Erhöhter Bedarf nach Monitoring und ­Management

Das komplette „invidis Digital Signage Jahrbuch 2012″ können Sie hier kostenlos herunterladen.